
Botulinumtoxin wirkt zuverlässig gegen die senkrechten Bänder — eine industrieunabhängige Metaanalyse von drei randomisierten Studien mit 912 Teilnehmenden belegt das (Syed et al. 2026) —, gegen die waagerechten Linien dagegen kaum. Wer Halsfalten behandeln in Aachen lassen möchte, braucht deshalb zuerst eine saubere Zuordnung des Befundes und erst danach ein Verfahren. Bei ausgeprägtem Hautüberschuss ist die operative Halsstraffung das einzige Verfahren, das den Befund tatsächlich beseitigt.
Viele Patientinnen und Patienten sagen im Erstgespräch, der Hals störe sie inzwischen mehr als das Gesicht. Schauen wir dann gemeinsam in den Spiegel, zeigt sich fast immer, dass zwei völlig verschiedene Dinge gemeint sind: zwei senkrechte Stränge, die beim Sprechen und beim Anspannen hervortreten, und zwei bis vier waagerechte Linien, die auch in völliger Ruhe sichtbar bleiben. Wer Halsfalten in Aachen behandeln lassen möchte, trifft deshalb die wichtigste Entscheidung nicht bei der Wahl des Präparats, sondern bei der Zuordnung des Befundes.
Diese Unterscheidung ist keine akademische Spitzfindigkeit. Sie entscheidet darüber, ob eine Behandlung wirkt oder folgenlos bleibt. Das Platysma ist ein Muskel und reagiert auf Botulinumtoxin. Die waagerechte Halsfalte ist eine Struktur der Haut und reagiert darauf nicht. Beides mit demselben Mittel anzugehen, ist der häufigste Grund für Enttäuschung nach einer Halsbehandlung — und für die Vorstellung, am Hals sei ohnehin nichts zu machen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie die beiden Faltenarten unterscheiden, wie belastbar die Studienlage zu Botulinumtoxin am Platysma inzwischen ist, warum der viel zitierte Begriff „Nefertiti-Lift" mehr verspricht als er hält, welche Verfahren bei waagerechten Halsfalten tatsächlich untersucht sind und wo die Grenze zur operativen Halsstraffung verläuft.
Am Hals überlagern sich zwei unabhängige Alterungsprozesse, und sie verlangen unterschiedliche Behandlungen. Die senkrechten Stränge sind ein Muskelbefund, die waagerechten Linien ein Befund der Haut und des Bindegewebes.
Das Platysma (ein flächiger, papierdünner Hautmuskel, der vom Schlüsselbein über den gesamten Hals bis an den Unterkieferrand zieht) hat zwei freie Innenränder. Bei angespannter Mimik, beim Sprechen und beim kräftigen Herunterziehen der Mundwinkel treten diese Ränder als senkrechte Bänder hervor. Mit den Jahren verliert die darüberliegende Haut an Dicke und Elastizität, gleichzeitig nimmt der Ruhetonus des Muskels zu — die Ränder werden dadurch auch in entspanntem Zustand sichtbar.
Die waagerechten Halsfalten, medizinisch transversale Halsfalten und umgangssprachlich Venusringe genannt, verlaufen quer dazu. Sie entstehen dort, wo die Haut über bindegewebige Züge fest mit der Unterlage verbunden ist, werden durch die tägliche Beugung des Kopfes vertieft und sind häufig schon bei jungen Menschen angelegt. Sie sind statisch: Sie bleiben sichtbar, auch wenn kein Muskel arbeitet.
Für die Behandlungsplanung unterscheiden wir vier Befunde, die sich beliebig überlagern können:
Dass diese Trennung keine Praxismeinung, sondern Studienlage ist, zeigt die Einordnung von Li et al. (2022): Die Autorengruppe hält ausdrücklich fest, dass Botulinumtoxin und energiebasierte Geräte zwar Hauterschlaffung, Absinken und Platysmabänder bessern, bei waagerechten Halsfalten aber nur begrenzt wirksam sind.
In unserer Aesthetikpraxis in Aachen beginnen wir jede Halsberatung deshalb mit zwei Fotografien: einer in völliger Entspannung und einer, bei der Sie die Mundwinkel kräftig nach unten ziehen. Was nur auf der zweiten Aufnahme erscheint, ist Muskel. Was auf beiden zu sehen ist, ist Haut.
Gegen senkrechte Platysmabänder ist Botulinumtoxin (ein Nervenprotein, das die Signalübertragung an der neuromuskulären Endplatte hemmt und den Muskel vorübergehend entspannt) das derzeit am besten belegte nicht-operative Verfahren. Seit 2024 liegen dafür erstmals Zulassungsstudien der Phase 3 vor, was die Indikation aus dem Bereich der reinen Erfahrungsmedizin herausgehoben hat.
Fabi et al. (2025) untersuchten in einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-3-Studie eine Gesamtdosis von 26, 31 oder 36 Einheiten OnabotulinumtoxinA, je nach Ausgangsschweregrad oberflächlich in das Platysma injiziert. An Tag 14 erreichten 56,9 % der Behandelten in der ärztlichen Bewertung den Schweregrad „minimal" oder „mild"; den strengen kombinierten Endpunkt aus ärztlicher und eigener Bewertung plus einer Verbesserung um mindestens zwei Grade erreichten 32,3 % gegenüber 1,9 % unter Placebo. Diese Arbeit wurde vom Hersteller Allergan Aesthetics (AbbVie) finanziert, mehrere Autorinnen und Autoren sind dort angestellt — das gehört zur Einordnung dazu.
Umso wichtiger ist die unabhängige Bestätigung. Syed et al. (2026) fassten in einer systematischen Übersicht mit Metaanalyse drei randomisierte Studien mit insgesamt 912 Teilnehmenden zusammen und erklärten ausdrücklich keine Interessenkonflikte. Für eine Verbesserung um mindestens einen Grad ergab sich ein relatives Risiko von 4,11 (95-%-Konfidenzintervall 3,60 bis 4,69), für mindestens zwei Grade 1,83 (1,54 bis 2,17). Die Rate unerwünschter Ereignisse unterschied sich nicht von Placebo (relatives Risiko 0,95).
Zur Wirkdauer liefert die ältere Arbeit von Gubanova et al. (2013) die konkretesten Zahlen: Bei 25 Frauen mit einer Gesamtdosis von 60 Einheiten IncobotulinumtoxinA, verteilt auf vier Bänder, waren an Tag 84 noch 96 % Responderinnen; die Teilnehmerinnen selbst schätzten, dass zu diesem Zeitpunkt rund 86 % des Maximaleffekts erhalten waren. Die Studie ist herstellernah, sie nennt das verwendete Präparat namentlich.
Praktisch bedeutet das für die Halsbehandlung mit Botulinumtoxin:
Wir dosieren am Hals bei der Erstbehandlung bewusst zurückhaltend und beurteilen das Ergebnis nach vierzehn Tagen, weil sich eine Dosis nach oben jederzeit ergänzen lässt, eine zu starke Schwächung des Platysmas aber nicht rückgängig zu machen ist.
Nein — jedenfalls nicht in dem Maß, das der verbreitete Begriff „Nefertiti-Lift" nahelegt. Die Bänder selbst bessern sich messbar, die Kieferlinie nicht.
Jabbour et al. (2017) haben genau diese Frage prospektiv und mit validierten photonumerischen Skalen untersucht. Dreißig Patientinnen und Patienten erhielten im Mittel 124,9 Einheiten AbobotulinumtoxinA entlang des Unterkieferrandes und in die Platysmabänder. Statistisch signifikant besserten sich ausschließlich die Platysmabänder, sowohl in Ruhe als auch bei maximaler Anspannung. Die Jowls (hängende Wangenanteile entlang der Kieferlinie), die Marionettenfalten, die Stellung der Mundwinkel und das Halsvolumen zeigten lediglich eine Tendenz ohne statistische Signifikanz.
Bemerkenswert ist der zweite Teil desselben Ergebnisses: 93,3 % der Behandelten und der Untersucher bewerteten das Gesamtergebnis als gebessert, 96,6 % waren zufrieden. Diese Kombination — hohe subjektive Zufriedenheit bei objektiv eng begrenztem Effekt — erklärt, warum die Methode im Netz hervorragende Bewertungen hat und den Namen trotzdem nicht einlöst. Die Autoren stufen ihre eigene Arbeit als Evidenzgrad IV ein, und sie fanden die stärkste Besserung bei Personen mit den geringsten Ausgangsbefunden.
Daraus folgt eine Patientenauswahl, die wir in Aachen genauso handhaben: Die Bänderbehandlung eignet sich für Menschen mit aktivem, kräftigem Platysma und noch erhaltener Hautelastizität. Sie ist nicht gedacht für
Wenn ein ästhetisch störender Verlust der Kieferlinienkontur im Vordergrund steht, arbeiten wir stattdessen mit einem Aufbau am Knochen durch Hyaluronsäure-Filler und behandeln die Bänder allenfalls ergänzend. Wichtig ist die Offenheit an dieser Stelle: Ein kontrollierter Vergleich zwischen der alleinigen Bänderbehandlung und dieser Kombination ist nicht publiziert. Unser Vorgehen ist aus der Anatomie und aus Einzelbefunden abgeleitet, nicht bewiesen.

Gegen waagerechte Halsfalten wirkt nicht der Muskel-, sondern der Gewebeansatz: Hyaluronsäure in die Falte selbst, ergänzt um Verfahren, die die Hautqualität verbessern. Botulinumtoxin ist hier im direkten randomisierten Vergleich unterlegen.
Li et al. (2022) haben beide Wege in einer multizentrischen, randomisierten und untersucherverblindeten Studie gegeneinandergestellt: 25 Frauen erhielten in zwei bis drei Sitzungen eine nicht quervernetzte Hyaluronsäure kombiniert mit Mesotherapie, 23 Frauen eine einzelne Sitzung Botulinumtoxin. Zu allen Nachuntersuchungen nach einem, drei, sechs und zehn Monaten war der Hyaluronsäure-Arm signifikant überlegen. Der Preis dafür war real und wird in der Arbeit klar benannt: signifikant stärkere Schmerzen, häufigere Rötungen, Schwellungen und Blutergüsse sowie eine längere Abheilung. Zu der Arbeit existiert ein Erratum aus dem Jahr 2022.
Wie belastbar die Filler-Behandlung insgesamt ist, zeigt die systematische Übersicht von Wong et al. (2026) mit elf Studien und 379 Behandelten. Die gepoolte Verbesserung auf der globalen Skala lag bei 1,75 (95-%-Konfidenzintervall 1,53 bis 1,96), die mittlere Differenz des Faltengrades bei 1,43 (0,72 bis 2,15). Drei Zahlen derselben Arbeit gehören zwingend dazu: Die Nachbehandlungsrate betrug 50 % innerhalb von zwölf Monaten, die Komplikationsrate 14 % — ausschließlich milde, vorübergehende Ereignisse —, und die Autoren stufen die Gesamtevidenz selbst nur als Stufe 4 ein.
Zur Haltbarkeit liegt eine randomisierte Untersuchung gegen Kochsalzlösung vor: Siperstein et al. (2023) fanden bei 26 Teilnehmenden auch nach 360 Tagen eine signifikante Besserung im Urteil eines verblindeten Bewerters, ohne verzögert auftretende Nebenwirkungen. Einschränkend war die Kontrollgruppe mit sechs Personen sehr klein, und ab Tag 60 war ein Wechsel der Zuordnung erlaubt.
Für fest verankerte, tief eingezogene Falten ist die Kombination aus Lösen der bindegewebigen Züge und anschließender Unterspritzung interessant. Ni et al. (2025) verglichen bei 30 Frauen drei Vorgehensweisen und fanden nach sechs Monaten für die Kombination die besten Ergebnisse, mit messbarem Anstieg von Hautelastizität und Kollagengehalt. Die Arbeit ist industrieunabhängig, aber mit zehn Frauen je Gruppe klein.
In der Praxis kombinieren wir am Hals in kleinen Schritten:
Am Anfang steht die Zuordnung des Befundes, nicht die Wahl des Präparats. Erst danach entscheidet sich, ob Botulinumtoxin, Hyaluronsäure, eine Kombination aus beidem — oder keines von beiden infrage kommt.
Der Ablauf in unserer Praxis folgt fünf Schritten:
Die Risiken sind überschaubar, aber sie sind nicht null, und sie müssen benannt werden. Yi et al. (2022) weisen in ihrer anatomischen Übersichtsarbeit darauf hin, dass unzureichende Kenntnis der Platysma-Anatomie und der Toxineigenschaften zu Schluckstörungen (Dysphagie), Stimmveränderungen (Dysphonie) und einer Schwäche der Halsmuskulatur führen kann. Die Zahlen dazu sind aufschlussreich: Bei der einmaligen Behandlung in der Zulassungsstudie von Fabi et al. (2025) trat keine Dysphagie auf. Unter bis zu vier Wiederholungsbehandlungen bei Mraz et al. (2026) meldeten dagegen vier Teilnehmende insgesamt sechs besonders beobachtete Ereignisse: vier Schluckstörungen und zwei vorübergehende Schwächen des Gesichtsnervs, sämtlich mild, keine davon führte zum Studienabbruch. Das Risiko ist also klein, es steigt aber mit Dosis und Wiederholung.
Bei Hyaluronsäure am Hals sind Unregelmäßigkeiten, tastbare Knötchen und Blutergüsse die häufigsten unerwünschten Wirkungen; ein Gefäßverschluss ist sehr selten, aber möglich. Hyaluronsäure lässt sich im Bedarfsfall mit dem Enzym Hyaluronidase wieder auflösen — ein Sicherheitsnetz, das bei keinem anderen Füllmaterial besteht.
Nicht behandelt wird bei Schwangerschaft und in der Stillzeit, bei neuromuskulären Erkrankungen wie der Myasthenia gravis, bei Infektionen im Behandlungsgebiet und bei bestimmten gerinnungshemmenden Therapien. Und es gibt eine klare inhaltliche Grenze: Bei deutlichem Hautüberschuss und abgesunkenem Weichgewebe endet der Bereich der Injektionsbehandlung. Dann ist die operative Halsstraffung mit Platysmaplastik das Verfahren, das den Befund tatsächlich beseitigt. Wir sagen das in Aachen lieber im Erstgespräch als nach der dritten wirkungslosen Sitzung.
In der Regel drei bis vier Monate. Gubanova et al. (2013) fanden bei einer Gesamtdosis von 60 Einheiten IncobotulinumtoxinA an Tag 84 noch bei 96 % der Behandelten eine Verbesserung, und die Teilnehmerinnen schätzten den verbliebenen Effekt zu diesem Zeitpunkt auf rund 86 % des Maximums. Eine Wiederholung ist frühestens nach drei Monaten sinnvoll.
Die Injektion von Botulinumtoxin am Platysma wird mit sehr feinen Nadeln durchgeführt und meist als gut erträglich beschrieben. Bei Hyaluronsäure in waagerechte Halsfalten ist die Belastung höher: Li et al. (2022) fanden im Hyaluronsäure-Arm signifikant stärkere Schmerzen sowie häufiger Rötung, Schwellung und Blutergüsse als unter Botulinumtoxin. Eine Betäubungscreme mildert das deutlich.
Nur sehr eingeschränkt. In der randomisierten Vergleichsstudie von Li et al. (2022) war Botulinumtoxin der Kombination aus Hyaluronsäure und Mesotherapie zu allen Untersuchungszeitpunkten über zehn Monate unterlegen. Waagerechte Halsfalten sind ein Befund der Haut, nicht des Muskels — deshalb greift ein Muskelentspanner dort nicht.
Es gibt keine Altersgrenze, sondern eine Befundgrenze. Jabbour et al. (2017) beobachteten die deutlichsten Verbesserungen bei Personen mit den geringsten Ausgangsbefunden, also bei aktivem Platysma und erhaltener Hautelastizität. Wer bereits deutlichen Hautüberschuss hat, profitiert von einer Injektionsbehandlung dagegen kaum noch.
Am Tag der Behandlung empfehlen wir, auf Sport, Sauna und starke Hitze zu verzichten und den Kopf einige Stunden aufrecht zu halten. Ab dem Folgetag ist leichte Bewegung in der Regel unproblematisch. Nach einer Unterspritzung mit Hyaluronsäure warten Sie besser zwei bis drei Tage, bis Schwellung und Blutergüsse abgeklungen sind.
Nein. Injektionen verändern Muskelaktivität und Gewebevolumen, sie entfernen keine überschüssige Haut. Jabbour et al. (2017) konnten für Halsvolumen und Kieferlinie keine statistisch signifikante Verbesserung nachweisen. Liegt ein echter Hautüberschuss vor, bleibt die operative Halsstraffung mit Platysmaplastik das Verfahren der Wahl.
Der Hals verlangt eine genauere Diagnose als das Gesicht, weil zwei verschiedene Befunde nebeneinander bestehen und sich gegenseitig verdecken. Senkrechte Platysmabänder sind ein Muskelproblem und sprechen auf Botulinumtoxin an — mit einer Evidenz, die durch die Phase-3-Studien von Fabi et al. (2025) und Mraz et al. (2026) sowie durch die industrieunabhängige Metaanalyse von Syed et al. (2026) inzwischen ungewöhnlich gut abgesichert ist. Waagerechte Halsfalten sind ein Haut- und Bindegewebsproblem und brauchen Hyaluronsäure und eine Verbesserung der Hautqualität. Und die Vorstellung, eine Bänderbehandlung ersetze die Straffung der Kieferlinie oder gar eine Operation, hält der Überprüfung nicht stand.
Wenn Sie Halsfalten in Aachen behandeln lassen möchten, ist der erste Schritt deshalb kein Präparat, sondern ein ruhiges Gespräch mit zwei Fotografien und einer ehrlichen Einschätzung, was sich erreichen lässt und was nicht. Für eine individuelle Beurteilung Ihres Befundes stehen wir Ihnen in der Aesthetikpraxis Aachen gerne zur Verfügung — vereinbaren Sie gern einen persönlichen Beratungstermin.
Verfasst von Dr. med. Alexandra Sandner-Mecklenburg, Aesthetikpraxis Aachen